Geschichte der Fernwärmeversorgung
Heizkraftwerk Senftenberg Energieerzeugung auf modernste Art
Wärme- und Stromversorgung mit Lausitzer Braunkohlenstaub
Die jüngste Geschichte der Stadt Senftenberg ist untrennbar mit dem Braunkohlenbergbau verbunden. Seit Jahrzehnten ist dieser Industriezweig einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Stadt, und ein großer Teil der Einwohner Senftenbergs bezieht seinen Strom und seine Wärme aus der Lausitzer Braunkohle.
Anfang 1997 fiel die Entscheidung zur Errichtung eines modernen Heizkraftwerkes auf der Basis einheimischen Braunkohlenstaubs als innovative und wirtschaftliche Lösung zur Sicherung des Wärme- und Strombedarfs der Stadt. Vor allem die Preisstabilität, der einfache Umgang und die langfristige Verfügbarkeit sprachen für den veredelten Brennstoff. Außerdem bekundete diese Entscheidung die enge Verbundenheit der Stadt Senftenberg mit dem Lausitzer Braunkohlenbergbau.
Nach nur zwei Jahren Bauzeit erhielten ab dem 16. November 1999 etwa 10.000 Haushalte sowie zahlreiche Gewerbekunden und kommunale Einrichtungen in Senftenberg und Brieske ihre Wärme und ihren Strom aus dem neuen Kraftwerk.
Techno- und ökologisch bestens kombiniert
Im Senftenberger Kraftwerk wird erstmalig ein „Kombi-Prozess“ mit Lausitzer Braunkohlenstaub realisiert. Dabei arbeiten ein Braunkohlenstaubkessel, ein Gasmotor mit Generator und eine Dampfturbine in Kombination. Den Energiemix bilden hierbei Braunkohlenstaub, Erdgas, leichtes Heizöl und regenerative Energieträger.
Der Braunkohlenstaubkessel mit seiner Mehrstofffeuerung ist das Herzstück des energetischen Prozesses. Über zwei Brenner wird der Braunkohlenstaub in den Feuerraum geblasen und der aus dem Kessel entnommene Dampf treibt die mit dem Generator gekoppelte Turbine zur Stromerzeugung an. Auf der Gegendruckseite der Turbine erfolgt die Auskopplung der Fernwärme, die dann den Verbrauchern zugeführt wird.
Hoher Brennstoffnutzungsgrad durch Kraft-Wärme-Kopplung
Über 80 Prozent der eingesetzten Brennstoffe werden in thermische und elektrische Energie umgewandelt. Als technische Neuheit gilt die Abgasrückführung des Gasmotors in den Braunkohlestaubkessel. Die heißen Abgase haben einen Restsauerstoffgehalt von 12 Prozent und werden der Verbrennungsluft des Kessels beigemischt, womit es zu einer Brennstoffeinsparung kommt.
Der Generator liefert etwa drei Megawatt elektrische und die zwei Wärmeaustauscher bis zu zwei Megawatt thermische Leistung. Die Rauchgase werden unter Anwendung des Trocken-Additiv-Verfahrens und mittels Schlauchfilter von Schwefeldioxid und Staub befreit. Das führt zu einer deutlichen Unterschreitung der zulässigen Emissionswerte der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft.
Den Braunkohlenstaub gelangt per Silofahrzeug zum 1.000 Kubikmeter fassenden Silo des Kraftwerkes, welches den Brennstoffvorrat für etwas drei Tage fasst. Die geschlossene Ausführung des gesamten Systems vom Transport über den Umschlag bis zur Lagerung des Braunkohlenstaubs und der Asche garantiert einen umweltschonenden Umgang mit dem Brennstoff.
Eine weitere technische Neuheit im Senftenberger Heizkraftwerk besteht in der Möglichkeit, einen geringen Anteil (ca. 20 Prozent) an aufbereitetem Holz und kommunalem Klärschlamm aus der Region im Braunkohlenstaub-Kessel mit zu verbrennen. Mit dieser technologischen Lösung kann ein Teil des Energiebedarfs durch regenerative Energieträger gedeckt werden.

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